Foto gefunden bei: Sprüche für die Seele

Es waren einmal ein kleiner und ein großer Bär. Jeden Abend saßen die beiden vor ihrer Höhle und schau­ten in den unendlich weiten Sternenhimmel. Neben ihnen stand eine Wiege aus Holz und einer flauschi­gen Kuscheldecke darin. Die beiden Bären waren voller Hoffnung und großer Sehnsucht, dass bald ein leuchtender Stern vom Himmel genau in ihre Wiege fiel …

 

Manchmal war der kleine Bär sehr ungeduldig beim Warten. Da gab es Nächte, wo eine dicke Wolkende­cke den Himmel überzog und er konnte keinen einzigen Stern sehen. „Wie soll da bloß ein Stern in unsere Wiege fallen?“, fragte er den großen Bären nachdenklich. Der große Bär beruhigte den kleinen Bären dann und meinte: „Weißt du, heute sind die Sterne noch nicht so weit um vom Himmel zu fallen. Sie sind noch gut behütet in die Wolkendecke eingebettet. Hab etwas Geduld.“

Ein anderes Mal war eine sternenklare Nacht und plötzlich sah der kleine Bär einen leuchtenden Schweif am Himmel. Er war ganz aufgeregt und wollte vom großen Bär wissen, was denn das gewesen sei. „Das ist ein kleiner Stern, der nur kurz hell in seinem Glanz erstrahlte und schon wieder verglühte bevor er den Weg in eine Wiege fand.“, erklärte der große Bär. Der kleine Bär wurde sehr ernst und sagte: „Eine leere Wiege ist aber sehr traurig!“ „Oh, das ist es.“, stimmte ihm der große Bär zu. „Es ist nicht nur traurig, manchmal kommen auch Gefühle wie große Enttäuschung, Unverständnis, völlige Ohnmacht und sogar Wut und Zorn auf.“ Dem kleinen Bären kullerten dicke Tränen über seine Wangen. Der große Bär nahm ihn liebevoll in den Arm und tröstete ihn …

Nach einer Weile fügte der große Bär hinzu: „Aber weißt du, kleiner Bär, die Menschen nennen so ein vor­zeitiges Verglühen eines Sternes eine Sternschnuppe. Und sie sagen, man darf sich da etwas wünschen und hoffen, dass der Wunsch auch in Erfüllung geht …“

Der kleine Bär sah den großen Bären mit leuchtenden Augen an und sagte voller Begeisterung: „Du meinst also, dass immer, wenn ein Stern viel zu früh zum Strahlen aufhört und den Weg in eine Wiege nicht findet, gleichzeitig immer ein Wunsch auf Reisen geschickt wird?“ „Das wird wohl so sein.“, bestätigte der große Bär die Gedanken des kleinen Bären. Und wie konnte es in diesem Fall wohl anders sein, als der Wunsch nach einem hellen Stern, der den Weg in eine Wiege fand …

Die beiden Bären schmiegten sich noch etwas enger aneinander. Etwas Melancholie lag in der Luft, aber gleichzeitig spürte man einen zarten Hauch von liebevoller Hoffnung und freudigem Erwarten. Sie schau­ten noch lange in den wunderschönen Sternenhimmel, dachten liebevoll an alle Sterne, die viel zu früh verglüht waren und eine tiefe Spur in den Herzen der Betroffenen hinterlassen hatten. Sie würden sie nie vergessen. Gleichzeitig waren sie aber voller Vorfreude über alle Sterne, die den Weg in die Wiege schaf­fen würden. Alles hat eben seine Zeit …

In diesem Sinne wünsche ich allen Mamas und Papas ein liebevolles Annehmen ihrer Sternenkinder und ein ermutigendes Hoffen auf das, was das Leben noch bringen mag …

Herzlichst Cornelia